Einleitung
- Was hat der
Leser der Schreckenstein Bücher zu erwarten? -
Eine Schule, die Spaß macht, wer hätte die nicht gern.
Oliver Hassencamp erschuf bereits im Jahre 1959 mit der Jugendbuchreihe Schreckenstein eine Schule, auf die sich sowohl Schüler als auch Lehrer freuen konnten. Eine Schule, wo Zusammenarbeit großgeschrieben wird.
Es geht um die Schüler der
Burgschule Schreckenstein. Nach außen hin
ein Internat, da die Schüler auf dieser
Burg nicht nur zur Schule gehen, sondern auch wohnen. Streng genommen ist es jedoch nur
eine Erweiterung ihrer alten Schule, da ihre ehemalige Ebert-Schule im 40 km entfernten
Neustadt einfach zu eng wurde. Graf Schreckenstein hat in dieser Situation seine Burg
zur Verfügung gestellt und so zogen einige Klassen nach Schreckenstein.
So sollten die Schüler von nun an auf der Burg wohnen und zur Schule gehen. Schnell gewöhnten sich die Jungs an die alten Gemäuer. Sie möchten den ehemaligen Burgbewohnern, den Rittern, nacheifern - dass heißt: für ihre Fehler einstehen, ehrlich und kameradschaftlich. Hierauf schwören sie den Rittereid:
Ich will auf Burg Schreckenstein allzeit fair und ehrlich sein!
Von nun ab schrieben sie während Klassenarbeiten nicht mehr ab und nannten sich selbst Ritter.
Der Schulleiter von Schreckenstein ist Dr.
Meyer, der fortan nur noch Rex genannt werden sollte. Der Burgherr, Graf Bodo von
Schreckenstein wird wegen seiner langen Nase, nur noch Mauersäge genannt - intern
natürlich.
Die Burg Schreckenstein
liegt direkt am Kappellsee. Auf der andern Seite des Sees liegt das Schloss Rosenfels.
Dies beinhaltet ein Mädcheninternat, welches von der Leiterin, Fräulein Dr. Horn, kurz
FDH, aufs strengste geführt wird.
Die beiden Schulsysteme könnten nicht unterschiedlicher sein. Der Rex lässt seinen Rittern viel Freiraum, da er davon überzeugt ist, dass sie diese Freiheit nicht ausnutzen und selbst Verantwortung zeigen. Die Horn dagegen hält ihre Mädchen an der kurzen Leine, wittert in allem nur das Negative.
Als Schulkapitän der Burg ist Ottokar gewählt worden. Er ist der direkte "Draht" zwischen Rittern und dem Rex.
Acht der größten Ritter haben sich zum Ritterrat zusammengetan, dem Ottokar natürlich auch angehört. Als Sitz hat der Ritterrat gleich zu Beginn die Folterkammer beschlagnahmt. Hans-Jürgen ist der Protokollführer, wenn immer sich der Ritterrat zusammensetzt.
Ein weiteres wichtiges Organ der
Schule Burg Schreckenstein ist sicherlich die Schülerzeitungsredaktion Wappenschild,
dessen Chefredakteur Mücke ist, der kleinste aber wortgewandteste unter den großen
Rittern. Seine Artikel zum Tagesgeschehen sind stets Blattschüsse mit der Feder. Oft
sehen die Ritter erst durch die Leitartikel der Wappenschild, dass sie auf dem
falschen Weg sind und die Artikel haben oft weitreichende Folgen...
Weiterhin darf man natürlich nicht die vier Miniritter Herbert, Eberhard, Kuno und Egon vergessen. Sie gehören zu den jüngsten und kleinsten Rittern auf der Burg, was sie jedoch nicht davon abhält, immer und überall einen Streich zu vermuten oder selbst einen zu planen. Dieser Übermut bringt oft Verwirrung und Durcheinander in die Burg, weshalb man die Miniritter bestimmt nie missen will...
Wenn eine Schule, auf der nur Jungs gehen, ein reines Mädcheninternat wie Rosenfels gleich gegenüber stehen hat, sind die Streiche gegeneinander natürlich vorprogrammiert. Genau das ist es sicherlich, was dem Leser oder der Leserin bestimmt viel Spaß bereiten wird.
Die vier größten Mädchen Beatrix, Ingrid, Sophie und Martina haben mindestens die gleiche Streicherfahrung, wie die führenden Ritter im Ritterrat, was den Reiz beider Seiten ausmacht, sich in Sachen Streichen ständig zu übertrumpfen um besser als der Gegner zu sein.
Aber außer den Rosenfelserinnen, haben die Ritter auch andere Streichgegner. So z. B. ihre Erzfeinde Andreas, Udo und Jerry aus Neustadt. Nicht wenige Bücher handeln von Streichen, bei denen die drei den Rittern ganz schön Paroli bieten - wenn auch nicht immer nach "Schreckensteiner-Art".
Neben der Ehrlichkeit und Kameradschaft ist den Rittern der der Sport sehr wichtig. Sie trainieren sehr hart und ehrgeizig. Zu den sportlichen Höhepunkten zählen vor allem die Wettkämpfe gegen die Neustädter Schulen, wobei Schreckenstein stets als Favorit gehandelt wird - eine Rolle, die den Rittern nicht selten Schwierigkeiten bereitet.
Als Partnerschule hat die Burg Schreckenstein die schottische Burgschule "Duncraig Castle". Hier haben die Ritter sogar mal eine Schulfreizeit verbracht, was den Rittern wohl ewig in Erinnerung bleibt.
Wenn man von Burgen und Schlössern hört, denkt man
natürlich auch gleich an Geistern oder an das Übersinnliche. Auch hier sollten die
Ritter so ihre Erfahrungen machen. Dies sind dann sicherlich auch die spannendsten Schreckenstein-Bücher.
Wer erst mal mit den Schreckenstein
Büchern angefangen
hat,
wird sehr schnell den Geschichten rund um die Ritter verfallen. Erscheint einem auch die
Art der Ritter etwas fremd - Ehrlichkeit und Kameradschaftlichkeit, wer kennt das
heutzutage noch? -, so fiebert man doch mit den Geschichten und wünscht sich nicht
selten, selbst auf so einer Schule unter Freunden gewesen zu sein.
Meiner Meinung nach, werden die Geschichten von mal zu mal besser. Geschickt vermag es der Autor, neue Gegebenheiten in die Geschichten einzubauen, wie z. B. den Campingplatz in Wampolsreuthe oder neue Charaktere einzusetzen. Diese Neuerungen sollen von da an auch die folgenden Geschichten beeinflussen, was die Geschichten breiter und vielfältiger macht.
Im Gegensatz zu vielen anderen
Jungendbuchreihen, bietet Schreckenstein eine große Anzahl unterschiedlichster
Charaktere, die wichtig sind. So kann jeder Leser seine Lieblingsfigur in den Büchern
finden, sei es nun Ottokar, Stephan, Mücke, Andi oder sonst welche.
Die Vielzahl der Charaktere macht auch die Stimmung aus. In vielen Schul- oder
Internatsreihen handeln stets nur zwei bis vier Charaktere, um die es sich immer dreht.
Bei den Schreckenstein-Büchern wird stets die Gruppe, die Schülerschaft betont. Nicht
selten nimmt plötzlich ein sonst nur nebenbei erwähnter Ritter eine tragende Rolle in
den Geschichten ein.
So bleibt dem Leser stets in Erinnerung, dass es sich um eine Schule handelt, wo sich halt nicht die vier, fünf Personen allein aufhalten, was man bei anderen Jugendbuchreihen manchmal denken mag, sondern man viele Mitschüler hat, die das Leben mitgestalten.
Um neu in die Reihe zu kommen, schlage ich folgende Bücher vor:
Band 04 - Die
Schreckensteiner auf der Flucht
Band 06 - Zwei Neue auf Burg Schreckenstein
Band 19 - Die Gruseltour von Schreckenstein
Meiner Meinung nach bieten diese Bände die beste Vielfalt und zeigen das Leben der Ritter, deren Einstellung und das Zusammenleben am besten.
Ich wünsche allen Lesern viel Spaß mit Schreckenstein !
